„Kurve kriegen“, „Gelbe Karte“ und der Führerschein - passt das zusammen?
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Ja, denn für das „Kurve kriegen“-Team Unna bedeutet dies einen weiteren präventiv sinnvollen Weg, Gewaltspiralen bei kriminalitätsgefährdeten Jugendlichen zu durchbrechen.
Was ist die „Gelbe Karte“?
Hiermit reagiert die Straßenverkehrsbehörde auf die von der Polizei übersandten Meldungen, welche durch die gesetzten Straftaten Zweifel an deren charakterlichen Fahreignung begründen (sog. 2/12er Meldungen nach § 2 Abs. 12 StVG).
Für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aus dem Kreis Unna, welche mit mehreren Straftaten, insbesondere Gewalt- und Betäubungsmitteldelikten, aufgefallen sindund ein erhöhtes Aggressionspotential aufzeigen, könnte der Erwerb des Führerscheins aller Kraftfahrzeugarten deutlich teurer und erschwert werden.Zu diesem Zweck haben die Kreispolizei Unna und die Straßenverkehrsbehörde Unna die sogenannte „Gelbe Karte“ wieder vermehrt in den Fokus genommen.
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Mit einem Schreiben werden die betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit der sogenannten „Gelben Karte“ verwarnt und darauf hingewiesen, dass im Wiederholungsfall die „Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen jeglicher Art“ eingehend geprüft wird. Wer randaliert, sich aggressiv verhält oder mehrfach Straftaten begeht, begründet Zweifel an der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen und bekommt Post von der Führerscheinstelle, bei Minderjährigen deren Sorgeberechtigten.
Es wird sehr deutlich darauf hingewiesen, dass sowohl die bereits begangenen als auch möglich folgende Straftaten den Erwerb des Führerscheins stark gefährden.
Nach Gelb kommt Rot!
Es wird deutlich gemacht, dass, wer trotz „Gelber Karte“ erneut strafrechtlich auffällig wird, bei der Führerscheinstelle „vorgemerkt“ wird und somit die „Rote Karte“ erhält.
Dann wird es teuer!
Es muss damit gerechnet werden, dass eine medizinisch psychologische Untersuchung, kurz MPU, fällig wird. Neben den normalen Kosten für den Erwerb eines Führerscheins kommen dann für die erforderlichen Maßnahmen noch mindestens 1000 Euro hinzu.
Warnen – begleiten – „Kurve kriegen“
Das Bewusstwerden, dass auch „nicht verkehrsrelevante Straftaten“ zum Verlust oder Nichterwerb des Führerscheins führen können, ist bei unserer Präventionsarbeit maßgeblich. Hier setzt „Kurve kriegen“ mit ihrer pädagogischen Arbeit unterstützend an.
Durch Aufmerksam machen, Sensibilisieren und klare Hinweise wird zum Nachdenken anregt, um davon abzuhalten weiter straffällig zu werden. Zudem soll der Bezug zwischen Straftaten und der Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges erkannt und verstanden werden. Die Erkenntnis daraus kann dann weitergehende Konsequenzen verhindern.