Gruppenfoto vom Kuvrekriegen Team Essen/Mühlheim.

Für die männlichen „Kurve kriegen“ Teilnehmer des Standorts Essen/Mülheim organsierte Jessica Hoge, pädagogische Fachkraft am Standort Essen / Mülheim, ein wöchentliches Bewegungsangebot. Seit Anfang 2025 besuchen Teilnehmer »Mixed Boxing in Action« (MBA) begleitet von Jessica Hoge und Jule Oberfeuer sowie den erfahrenen Antigewalt-Coach und Kampfsportler Michael Erdinc. 

Im Antigewalt-Training werden klassische Konfliktbewältigungsstrategien mit einem hohen Kampfsportanteil kombiniert, um das Angebot für die jugendliche Zielgruppe möglichst niedrigschwellig und attraktiv zu gestalten. der Sport dient dabei der körperlichen Fitness, als Mittel zur Steigerung von Selbstdisziplin, Selbstkontrolle und Resilienz. Durch gezielte Übungen lernen die Teilnehmer, ihre Energie und Aggressionen zu kanalisieren und respektvoll miteinander umzugehen. Es werden mithin Werte wie Respekt, Geduld und Verantwortungsbewusstsein vermittelt, die in Konflikt- und Krisensituationen entscheidend sind. Zudem wird das Selbstbewusstsein der Teilnehmer gestärkt, wodurch sie lernen sich besser abzugrenzen und Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Diese Kombination aus mentaler und körperlicher Schulung macht das Training besonders wirkungsvoll und nachhaltig.
 

Mehrere Boxhandschuhe.

Darüber hinaus ermöglichte das großzügige Sponsoring des Lions Club Mülheim zwei mehrtägige Workshops als Antigewalttraining zur Deeskalation und Konfliktvermeidung in den Sommerferien 2025. An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurden zunächst die jüngeren Teilnehmer (u14) im Studio des Co-Trainers Nader Soltani in Essen-Holsterhausen trainiert. Für die älteren Jugendlichen (ü14) fand der zwei-tägige Workshop im Kampfsportstudio United Sports Club (USC) von Michael Erdinc auf dem Gelände der Turbinenhalle Oberhausen statt. Da die soziale Verortung in ihrer Peergroup den Jugendlichen oft in besonderem Maße wichtig ist und bisweilen Sicherheit gibt, war es ihnen freigestellt jeweils einen Freund als „Buddy“ mitzubringen. Dies diente zudem den pädagogischen Fachkräften zur Beobachtung der sozialen Interaktion, um insbesondere Rückschlüsse auf deren veränderte Rolle im Kontext mit Gleichaltrigen im Freizeitverhalten zu ziehen.

Die Teilnehmer begehen oft Gewaltstraftaten, welche u.a. aus eigenen Gewalterfahrungen in der Familie, häuslichem Umfeld oder sozialräumlicher Umgebung resultieren. Das wöchentliche Bewegungsangebot dient daher auch zur adressatengerechten Reflexion darüber. Häufig haben sie ein sehr hohes Anspannungs- und Stresslevel, was teils mit ausgeprägter Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwäche einhergeht, welchem mit ergänzenden Entspannungseinheiten Rechnung getragen wurde. Jessica Hoge, selbst qualifizierte Fitnesstrainerin, nutzte hierfür Elemente aus Hatha-Yoga, progressiver Muskelentspannung und Traumreisen. 

Für das spielerische Erleben der eigenen körperlichen Präsenz ließ Jule Oberfeuer Übungen aus dem Improvisationstheater einfließen, um mit den Jugendlichen in einen humorvollen Austausch über Eigen- und Fremdwahrnehmung zu kommen. Gerade in der Pubertät ist es für die Teilnehmer wichtig in einem geschützten Rahmen zu ringen und zu raufen, was zu ihrem sozialen Kompetenzerwerb und dem Stärken von Selbstwirksamkeitserleben beiträgt. 

Durch MBA kommen die Teilnehmer in den Genuss eines exklusiv auf ihre Bedürfnisse und Bedarfe zugeschnittenen Angebotes. Dieses erleben sie als verlässlich und es bietet ihnen wöchentlich die Möglichkeit mit den Trainern und ihren pädagogischen Fachkräften in den pädagogischen Austausch zu gehen. 

Den „inneren Schweinehund“ zu überwinden kann also im doppelten Sinne befreiend wirken

Körperlich an die eigenen Grenzen gehen und sich auspowern, als auch sich in Gemeinschaft gesehen und gehört zu fühlen, um die eigene innere Zerrissenheit perspektivisch besser bewältigen zu können. »Mixed Boxing in Action« zeigt bereits positive Effekte beim Prozess der Selbstwertsteigerung und Verantwortungsübernahme der „Kurve kriegen“ Teilnehmer des Standorts Essen/Mülheim.