Eröffnung des Zentralen Anlaufpunktes ZAKK

Logo vom ZAKK.

„Banane“ - „Apfel“ - „Salat“ - „Birne“ - „Was passt nicht“ - ein Kinderspiel, an das wir uns vermutlich alle gerne erinnern oder es mit unseren Kindern, Neffen und Nichten auch heute noch spielen.

Aber was hat das mit Kurve kriegen zu tun? Eigentlich nichts und doch eine ganze Menge, denn dieses Spiel kam uns im Standort Hagen in den Sinn, als wir uns vor etwa einem Jahr Gedanken über die Initiative machten. 

  • Steigende Zahlen hochgradig kriminalitätsgefährdeter Kinder und Jugendliche.
  • Steigende und spezielle kriminalpräventive Bedarfe der Kinder und Jugendlichen.
  • Drohende Mittelkürzungen

Offensichtlich gibt es Parallelen. Aber anders als in dem Kinderspiel, kann man das nicht Passende nicht einfach aussortieren, sondern es bleibt. Die Frage ist also: Was kann man tun, um die Passung zwischen diesen Ungleichheiten bzw. Widersprüchlichkeiten herzustellen.

Gehen wir mal ans „Eingemachte“.

Unsere Kinder und Jugendlichen in Hagen brauchen mehr – und anderes – als bisher. Von den 37 Teilnehmern und Teilnehmerinnen gehen 16 gar nicht in die Schule, drei sind per se von der Schulpflicht befreit und die allermeisten haben darüber hinaus kaum Struktur in ihrem Alltag. Um gegenzusteuern bedarf es der Möglichkeit zusammenzukommen um zum Beispiel das Lernen wieder zu lernen oder gemeinsam Dinge zu tun die Freude und Selbstwirksamkeit generieren. Einen Ort, wo sie gesehen werden, ankommen dürfen und wo jemand an sie glaubt.
Wo also anbinden und wie umsetzen, ohne das Budget weiter zu strapazieren. Drittanbieter kosten viel Geld und sind für Vieles zweifelsohne eine gute Lösung, aber Punkt drei der obigen Aufzählung limitiert uns. Also wurde nach einer alternativen Lösung gesucht:
 

ZAKK war geboren - ein „Zentraler Anlaufpunkt“ musste her.

Das Team ZAKK.

Die Idee, so etwas zu schaffen, war schon seit über einem Jahr in unseren Köpfen und mit dem Wechsel zum Träger „KlaRe Kompetenz gGmbH“ ergab sich nun endlich die Chance, den Plan zu realisieren, denn der Träger war bereit, eine Liegenschaft anzumieten, die sowohl für die Initiative, als auch für die vielfältigen Interessenlagen des Trägers genutzt werden konnte. Klassisches „win-win“ also.  Erschwingliche Räumlichkeiten waren erstaunlicherweise und nicht zuletzt aufgrund der guten Einbindung des Trägers in die lokalen Netzwerke schnell gefunden. Dank der tatkräftigen Unterstützung vieler Freiwilliger, diverser Sachspenden und viel Eigenleistungen des Trägers war es möglich, das Projekt innerhalb von vier Monaten an den Start zu bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der Prentzelstraße 7, mittendrin in der Hagener Innenstadt, entstanden tolle, modern und zielgruppengerecht gestaltete Räumlichkeiten inkl. einer Küche und ermöglichen fortan die unterschiedlichsten Aktivitäten.

Und so konnten wir unlängst in kleinem aber feinem Rahmen die Eröffnung des „ZAKK“ feiern.     
Mit dabei waren Wolfgang Wendelmann und Jörg Unkrig, das Steuerungsteam aus dem Innenministerium, Robert Gereci als stellvertretender Leiter des PP Hagen, die Beigeordnete für Jugend und Soziales der Stadt Hagen, Martina Soddemann, die „Kurve kriegen“-Fachkräfteteams aus Hagen und Dortmund sowie weitere zahlreiche Fachkräfte, Kooperationspartner und Unterstützer. Sie alle unterstrichen damit die Bedeutung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit in der Jugendkriminalprävention.

ZAKK ist mehr als ein Jugendtreff

Eine Karikatur, die einen Weg zum ZAKK darstellt.

„Der ZAKK ist kein Jugendtreff – es ist ein Ort der Perspektiven“, so betonte es Frau Reimann-Merse in Ihrer Eröffnungsrede. Während Jugendtreffs vor allem Freizeit- und Begegnungsangebote bieten, verfolgt der ZAKK einen gezielten pädagogisch-therapeutischen Ansatz. Es geht hier nicht nur um Freizeitgestaltung, sondern um individuelle Begleitung, Beziehungsarbeit und biografische Wendepunkte.     

Gestartet wird an drei Tagen pro Woche in der Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr. Vormittags findet ein Training – mit Konzentrationsübungen, Spielen und kleinen Lernangeboten statt, um die Kinder wieder an Schule heranzuführen.    

Es gibt offene Treffzeiten, Gespräche, Begleitung – und für viele das Wichtigste: einen kleinen Mittagssnack. Denn Fürsorge heißt auch, dass niemand hungrig bleibt.

Das Team ZAKK hält eine Bild in Ihren Händen.

Für viele der Teilnehmenden wird es die einzige Vernünftige Mahlzeit sein. Im Nachmittagsbereich werden verschiedene Gruppen angeboten um Selbstwirksamkeit und Resilienz zu stärken. An den anderen Tagen werden die Räume für Einzelgespräche und individuelle Begleitung seitens des Trägers genutzt. 

Fazit:

Anstatt Kürzungen und sich verändernde Rahmenbedingungen und Bedarfe einfach hinzunehmen, wird in Hagen ein innovativer Weg beschritten – einer der zeigt, wie durch kreative Konzeption und engagierte Kooperation pädagogische Arbeit gestärkt werden kann. Das ZAKK steht damit sinnbildlich für den Mut, neue Wege zu gehen. 

Ein großes Dankeschön geht noch an Michael Hüter, der uns ein tolles Bild zur Eröffnung gezeichnet hat.